Warum man Distanz sucht, Ferne aber nicht ertragen kann

By Nachrichten

Je größer der Abstand, umso geringer die Gefahr. Das ist eines der Grundprinzipien des Daseins. Das gilt auch für die Gefühlsebene und emotionale Distanz. Die größte Nähe erlebt ein Mensch mit seiner eigenen, leiblichen Mutter. Eine biologische Tatsache durch Empfängnis, Schwangerschaft und Geburt mit mentalen Konsequenzen auf der emotionalen und gedanklichen Ebene und darüber hinaus auch auf die individuelle Spiritualität. Denn das Verhältnis eines Menschen zu anderen Menschen und zum Dasein an sich, wird zuallererst und maßgeblich von seinem Verhältnis zur Mutter geprägt. Ist dieses Verhältnis ungebrochen liebevoll und innig, so wird dieser Mensch auch in dieser offenen und liebevollen Haltung auf Andere zugehen können. Das Wagnis der Nähe fällt so einem Menschen wahrscheinlich umso leichter, als ihm die negativen Möglichkeiten von Nähe in Form von Traumatisierungen nicht schon am Anfang seines Lebens mit auf den Weg gegeben worden sind.

Für Menschen, die am Lebensanfang große Verletzungen erfahren haben, birgt Nähe ein umso größeres Risiko. Nähe birgt die Möglichkeit von Innigkeit und Zärtlichkeit und von Schmerz und Verletzung.

Wer Nähe riskiert, erhofft sich Innigkeit, Zärtlichkeit und Lust und nimmt die Möglichkeit von Schmerz in Kauf. Je mehr die Nähe in der Vergangenheit mit der Erfahrung von Schmerz verbunden war, umso negativer wird die daran geknüpfte Erwartung für die Zukunft. Manche Menschen arrangieren sich mit schmerzhafter Nähe. Andere flüchten in die Distanz. Doch in der Distanz fühlen sie sich verloren und suchen bald wiederum Nähe, denn Ferne ist auf Dauer unerträglich. Denn in der Ferne verdurstet der Mensch an seinem Bedürfnis nach Nähe.

Dieses Hin und Her ist aber einer heilsamen Nähe nicht förderlich und bewirkt ambivalente Bindungen. Ambivalente Bindungen sind problematisch, nicht zuletzt durch die darauf begründeten Missverständnisse, Enttäuschugnen und Trennungen. Ambivalente Bindungen beruhen auf Traumatisierungen und bewirken Traumatisierungen. Doch dieser Reigen des Verletzt-Werdens und Verletzens kann durchbrochen werden.

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