I wie Impfen

By Dienstag, der 28. April 2020Mai 4th, 2020Food for thought

In den Zeiten an- und abschwellender viraler Erregung gerät Manches in Vergessenheit, wird Einiges verzerrt. Beispielsweise die sogenannte Impfdebatte. In den Foren läuft sie gerade heiß. Daher ein paar Fakten und Überlegungen dazu.

Kurz vor der Jahrtausendwende gelang kanadischen Mikrobiologen ein bahnbrechendes Experiment. Die Wissenschaftler entnahmen dem hochgefährlichen Ebola-Erreger einige Gensequenzen und fügten diese in den Code eines vormals harmlosen Virus ein. Mit diesem genetisch veränderten Virus infizierten sie Mäuse. Die Wissenschaftler erwarteten, dass die Tiere sterben. Taten sie aber nicht. Tatsächlich waren die infizierten Mäuse nun gegen Ebola immun.
2005 resultierte aus dieser Forschung ein Impfstoff gegen Ebola. Doch weil es zu der Zeit keinen Ebola-Ausbruch gab, ruhte die weitere Entwicklung. Bis 2013. Dem Jahr, in dem in Guinea, Liberia und Sierra Leone die Seuche erneut ausbrach. Dieser bisher massivste Ausbruch von Ebola (an dem mehr als 11.000 Menschen starben) wäre wohl zu verhindern gewesen, wenn die Weiterentwicklung des Impfstoffes zeitig vorangetrieben worden wäre.

Die Entwicklung eines Vakzins kostet Zeit. Nach erfolgreichen Tierversuchen beginnen Tests an Menschen. Sie werden in drei klinische Phasen unterteilt.
In der Phase I wird einer kleinen Gruppe von jungen und gesunden Personen der Impfstoff verabreicht, um die generelle Verträglichkeit zu prüfen.
In Phase II nimmt eine deutlich größere Gruppe von Probanden teil. Diesmal auch Personen mit ausgewählten Vorerkrankungen, einer Immunschwäche etwa, sowie ältere Menschen. Wieder soll die generelle Unbedenklichkeit des Impfstoffs nachgewiesen, darüber hinaus aber auch eine Immunreaktion ausgelöst und die Dosierung getestet werden. Außerdem wird die Wirksamkeit des Wirkstoffs in einem Doppelblindversuch überprüft. Dafür bekommt eine Gruppe den Impfstoff verabreicht und eine zufällig ausgewählte Kontrollgruppe ein Placebo.
In der Phase III dann wird der Wirkstoff an mehreren hundert bis tausend Probanden getestet. Wieder soll die Wirksamkeit bestätigt werden. Auch im Vergleich zu möglicherweise anderen, bereits vorhandenen Impfstoffen. Wieder werden zusätzliche Doppelblindversuche durchgeführt.

Phase I dauert mindestens 3 Monate. Phase II und III zusammengenommen mehr als ein Jahr. Bis 2013 und dem Ausbruch von Ebola. Der Impfstoff gegen Ebola durchlief innerhalb von nur 10 Monaten die Phasen I bis III und war ab mitte 2015 für den weltweiten Einsatz zugelassen.

Was könnte dies für Impfungen gegen das neue Coronavirus SARS-CoV-2 bedeuten?

An über 86 Impfstoffen zur Bekämpfung von Covid-19 wird derzeit geforscht. Einem chinesischen Biotech-Unternehmen gelang es in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Militär bereits, einen Wirkstoff in der Phase I so erfolgreich zu testen, dass die Phase II beginnen kann. Für diese Phase werden derzeit Freiwillige in Wuhan gesucht. Amerikanische und britische Einrichtungen testen Wirkstoffe in der Phase I. Ebenso das Mainzer Unternehmen Biontech. Mediziner und Mikrobiologen diskutieren nun, ob die Testphasen abgekürzt werden könnten, indem etwa gesunde, mit einem „Test“-Wirkstoff geimpfte Freiwillige absichtlich einer Infektion mit SARS-CoV-2 ausgesetzt werden.

Welcher Wirkstoff schließlich das Rennen macht, bleibt abzuwarten. Möglich wäre ein abgeschwächter Lebendimpfstoff (wie der gegen Mumps, Masern, Röteln), ein (inaktiver) Totimpfstoff (wie der gegen Kinderlähmung oder saisonale Grippe) oder ein Impfstoff aus Antigenen (wie der gegen Hepatitis-B).
Die chinesischen Forscher testen einen Totimpfstoff. Das amerikanische Biotech-Unternehmen Codagenix forscht an „veränderten“ Lebenderregern. Ebenso das Jenner Institute im britischen Oxford. Der dort entwickelte Impfstoff hAdOx1 nCoV-19 soll nach erfolgreichen Tierversuchen nun an 6.000 Personen getestet werden. Zeitgleich hat Adar Poonawalla, Inhaber und Leiter des Serum Institute of India, einer der weltweiten Großproduzenten für Impfstoffe, bekannt gegeben, hAdOx1 nCoV-19 trotz fehlender staatlicher Freigabe auf eigenes Risiko in die Massenproduktion zu geben und bis zum September diesen Jahres 40 bis 50 Millionen Dosen davon herzustellen.

Tot- wie auch Lebendimpfstoff in den weltweit notwendigen Mengen zu produzieren, überfordert derzeit allerdings die verfügbaren Herstellungskapazitäten.

Umso mehr ruhen die Hoffnungen auf Covid-19-Antigenen. Bis vor wenigen Jahren konnten sie ausschließlich aus Blut gewonnen werden. Heute ist eine Großproduktion mittels Gentechnik möglich. Mit dieser Variante ließe sich wahrscheinlich innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit ein Impfstoff in den weltweit erforderlichen Mengen herstellen. Auf diesem Weg sind die Mainzer mit einem RNA-Impfstoff.

Selbst die optimistischste Variante kostet Zeit. Noch knapp 18 Monate bis zur Bereitstellung für den weltweiten Bedarf, prognostiziert die Bill und Melinda Gates-Stiftung, die Milliarden von US-Dollars für Impfkampagnen ausgegeben hat. Also bis zum Ende des nächsten Sommers. Doch schon jetzt warnen Impfgegner davor. Petitionen gegen eine staatlich verordnete Impfpflicht werden in Rundmails verschickt. Ob ich unterschreiben will?

Ich verstehe die Vorbehalte gegen eine Impfpflicht.

Erstens, weil angeordnete Impfungen ganzer Bevölkerungen einen gravierenden Eingriff in das individuelle Selbstbestimmungsrecht wie auch das Recht auf körperliche Unversehrtheit bedeuten und somit als Verletzung des 2. Artikels des Grundgesetztes angesehen werden können.
Zweitens, weil Impfungen das Risiko unerwünschter Nebenwirkungen beinhalten. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich. Was für den Einen gut verträglich ist, kann sich für den Anderen als leidvoll erweisen. So gut geprüft ein Mittel auch sein mag – ein Restrisiko bleibt. Bei aller Hoffnung auf einen erlösenden Impfstoff gegen das neue Corona-Virus – mögliche Nebenwirkungen sind ein Dämpfer.

Dann also doch eine Unterschrift unter die Petition, könnte man jetzt denken: Nein zur Impfpflicht für alle!

Ich kenne Heilpraktiker, die sich vehement dafür einsetzen. In ihren Praxen behandeln sie Patienten, die unter den Folgen von Impfungen leiden, manche davon schwerwiegend.
Befürworter einer Impfpflicht, gegen Masern etwa, streiten dies nicht ab, betonen aber, dass die Bevölkerung insgesamt, wenn auch nicht zu hundert Prozent, von den Impfungen profitiert.

Angenommen, Menschen wären Computer und SARS-CoV-2 wäre ein Computervirus – klar würden wir uns durch Antivirensoftware schützen, klar würden wir die Virusdefinitionen ständig updaten, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben, und Firewalls gegen Ansteckung würden wir sicherheitshalber auch errichten. Kaum jemand würde ernsthaft raten: Lasse all das besser weg, damit es dir besser geht. Bleibe ganz offen und ungeschützt. Das ist deine gesündeste Wahl.

Falls Covid-19 eine systemische Erkrankung ist (wofür aktuelle Untersuchungen sprechen), denn das neue Coronavirus greift beispielsweise auch die Gefäße an (was Multiorganversagen in dem Zusammenhang besser erklären würde),
– dann wäre der Vergleich mit einer „gewöhnlichen“ Grippe irreführend.
– dann ist der Erreger SARS-CoV-2 ein ernstzunehmenderer Angreifer gegen das Betriebssystem Mensch und Menschheit.
– dann wäre eine möglichst effektive wie auch schnelle weltweite Eindämmung ratsam (mit Ausnahmeregeln für besonders belastete Personen, die auf einen Impfstoff allergisch reagieren könnten).

Der englische Arzt Edward Jenner erfand 1796 die Impfung gegen Pocken und beendete damit eine rund 3000-jährige Leidensgeschichte. Inzwischen gelten die Pocken als weltweit ausgerottet. Den Sinn dieser Impfung rückblickend anzuzweifeln, würde wohl kaum jemandem einfallen. Segensreich wäre es, die Welt auch von Malaria, dem Denguefieber, Hepatitis und HIV zu befreien.

Mit der Erderwärmung und damit einhergehenden Verschiebungen von Klimazonen werden sich alte und neue Erreger und Krankheiten ausbreiten, nehmen Krisenforscher an. Diese Gefahr wird jenseits des Fachpublikums kaum wahrgenommen. Sowenig, wie anfänglich auch der Ausbruch von Covid-19 in China im westlichen Teil der Welt.

Ich habe mich noch nie gegen Grippe impfen lassen. Gegen das neue Coronavirus würde ich mich impfen lassen (sofern bei mir dann noch keine Antikörper nachweisbar sind). Allein schon, weil eine Impfung nicht nur mich schützen würde.

Überlegungen aus der Innerlichkeit, aufgehellt durch einen selten klaren Himmel über Berlin und spürbar sauberere Luft.

Alles Liebe! Bleiben Sie gesund!

Ihr – Otmar Jenner

Quelle: The Economist u.a.

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