Science Fiction now

By Freitag, der 3. April 2020April 9th, 2020Food for thought

Gerade wieder Ausgang mit Maske. Seltsam, geschätzte 90 Prozent tragen keine. Die Straße ist belebter als gestern. Einkaufen ist in Berlin derzeit noch erlaubt. Spazierengehen auch. Ausgang mit Lebenspartner, Kind und Hund ebenfalls. Um anderen Menschen zu helfen, darf man auch raus. Einen Freund, eine Freundin treffen, geht auch, allerdings bitte mit 1,50 Meter Schutzabstand. Auf Strafzahlungen bei Zuwiderhandlungen hatte sich der Berliner Senat aber noch nicht einigen können.

Ich treffe einen Freund. Auch er kommt mir mit Gesichtsmaske entgegen. Zwei Vermummte, die sich begrüßen. Worüber reden wir? Klar, was in der Welt los ist.
Mein Freund ist Journalist. Er berichtet von eigenartigen Ausgangsbeschränkungen in Kolumbien. Die Geschlechter dürfen dort nur noch getrennt vor die Haustür. An einem Tag die Männer, am anderen die Frauen. In Marokko hingegen überwacht die Armee die Einhaltung der strikten Ausgangsbeschränkung. Öffentliche Plätze werden von Soldaten kontrolliert. Sogar Panzer sind aufgefahren. Pro Wohneinheit darf eine Person Lebensmittel einkaufen gehen. Noch drastischer die Maßnahmen in Jordanien. Dort herrscht derzeit totale Ausgangssperre. Das Verlassen der Wohnung ist unter keinen Umständen erlaubt. Speisen und Getränke muss man sich liefern lassen. Ähnliches war zeitweise auch in Indien angeordnet worden. Der Philippinische Präsident soll die Ordnungskräfte seines Landes bei der Durchsetzung von Maßnahmen ausdrücklich zum Schusswaffengebrauch aufgefordert haben. Vergleichsweise moderat: Die Bewohner von Teneriffa dürfen seit rund drei Wochen Haus oder Wohnung nur an jedem zweiten Tag verlassen. Und das lediglich zum Einkaufen. Spaziergänge am Strand? Verboten. Und das, obwohl auf den Kanarischen Inseln der Frühling mit sommerlichen 20 Grad zum Freigang ruft.
Die Welt in Einzelhaft. Wie siehst du die Maßnahmen unserer Regierung, frage ich meinen Freund. Übertrieben oder nicht?

Mein Freund zieht seine Stirn in Falten. Er wisse natürlich um die unterschiedlichen Einschätzungen auch auf Expertenebene in Deutschland. Manche meinen, die Maßnahmen seinen noch nicht streng genug. Andere finden sie viel zu drastisch und fordern eine Lockerung.

„Und du?“, frage ich.

Mein Freund macht ein betrübtes Gesicht: „Wenn sich die chinesische, die italienische, die spanische, die britische, die israelische, die indische, die deutsche Regierung, inzwischen auch die vormals unwillige US-amerikanische einig sind, ebenso die iranischen Revolutionsgarden sowie weitere diktatorische Regime – wenn also Akteure, die in allen anderen Fragen normalerweise uneins sind, in der Einschätzung der Gefahr durch das neue Corona-Virus jedoch einer Meinung sind, dann würde ich das jetzt nicht in Zweifel ziehen.“

Was für ein Satz!

Zeit für Science Fiction in diesem Zusammenhang: Das Eis an den Polkappen schmilzt wie die Gletscher auf Island und im Himalaya. Der Meeresspiegel steigt. Auf den Malediven, in Bangladesch und den Niederlanden droht Land unter. Die milden Winter in Europa kann man zunehmend mit Badelatschen an den Füßen überstehen. Die Sommer werden so heiß, dass einem das Gehirn kocht. In Australien, auf der iberischen Halbinsel und in Kalifornien gehen Landstriche wegen anhaltender Dürre in Flammen auf. Auch die Politik wirkt dieser Tage vertrocknet. Es wird viel geredet, wenig beschlossen. Ein Mädchen stellt sich hin und klagt an. Sie wird gehört. Und überhört. Wer regiert hier eigentlich? Wer hat das Sagen? Fragen sich immer mehr Menschen, die ansonsten gar nicht so viel fragen.

Die fantasievollen unter ihnen wittern eine geheime Übereinkunft, die den ganzen Planeten runterzieht. Einen Bund, der sich auf Kosten der Allgemeinheit vorsätzlich und schamlos bereichert. Einen Klub, der die Weltwirtschaft orchestriert und dirigiert. Der Bedürfnisse generiert und Abhängigkeiten initiiert. Als Krake, die alles frisst, was nur irgendwie verdaulich wirkt. Und wachsende Armut wie Hundehaufen als Markierungen seiner Macht auf dem Globus verteilt.

Die fantasielosen Leute sagen, alles bloß Eigendynamik, Kapitalismus genannt. Ist deshalb gut, weil’s so frei ist. Klar, ist nicht ganz so gut, dass sich astronomische Summen auf den Bankkonten von sehr Wenigen auftürmen und eine gespenstische Ebbe herrscht bei den Meisten. Doch so wird Demokratie dieser Tage nunmal organisiert: wirtschaftlich. Fühle dich frei. Und genieße die Freiheit, jederzeit an deinem Smartphone herumfummeln zu können. Oder ist das etwa nicht dein liebster Begleiter und Freund? Und überhaupt, hast du schon Netflix oder AmazonPrime? Was beschwerst du dich, du undankbarer Mensch?

Wer beschwert sich denn? Es gibt einzelne Stimmen, richtig. Es gibt auch Chöre aus dem Off der kotbraunen Ewiggestrigen. Und die auf der linken Gegenfahrbahn wollen was Kühnes Künftiges, können sich aber nicht einigen, welche Ausfahrt man dafür nehmen muss. Dazu die Geisterfahrer des politischen Geschehens. Versprengte Seelen, die was Kluges im Sinn haben und es auf eine dumme Weise tun. Nicht zu reden von der Mehrheit auf den Abgeordnetenstühlen, die sich von Lobbyisten füttern lässt und Banalität staatstragend erbricht. Parlamente scheinen in der eigenen Bedeutungslosigkeit zu ertrinken. Immer mehr Wähler bleiben am Wahltag fern. Wozu eine Stimme abgeben, wenn sie keinen Nachhall hat?
Auf entscheidende Protokolle zur Rettung des Klimas konnte man sich ebensowenig einigen wie auf funktionierende Maßnahmen gegen das zunehmende Aufklaffen der Arm-Reich-Schere.
Träume von einer gerechteren und damit besseren Welt – begraben nach der Wirtschaftskrise 2008.
Der Planet erhitzt sich unter der CO2-Glocke, viele Pegel schlagen auf eine ungesunde Weise nach oben aus wie die Anzeige auf einem Fieberthermometer. Die allgemeinen Unzufriedenheit nimmt zu. Doch was passiert? Wenig. Trotz der wachsenden Hoffnung auf mehr. Regierungen scheinen die Hände gebunden. Wer hat hier eigentlich noch das Sagen?, fragen sich immer mehr Menschen. Wenn das Corona-Virus nicht so leidvolle Auswirkungen hätte, meinen nun manche, könnte man es in der Sache auch als heiß ersehnten Erlöser sehen.

Und nun taucht in dieser Geschichte doch noch eine Stimme auf. Sie gehört einem renommiertem Wirtschaftswissenschaftler und außerordentlichen Professor in Wien, der hier jedoch nur Dr. H. genannt wird, um den belletristischen Aspekt der gesamten Darstellung zu betonen. Weil ich eine Vorliebe für fantasievolle Stoffe habe, originelle Gedanken schätze (selbst wenn ich sie inhaltlich womöglich falsch finde) und vereinfachende Erklärungen von komplizierten Sachverhalten gern überdenke, auch wenn ich sie im Nachhinein vielleicht als irreführend und unsachlich ablehne – weil dies ganz einfach so ist, möchte ich den Ausführungen von Dr. H. zur viralen Krise an dieser Stelle Raum geben, dabei aber deutlich betonend, dass ich sie für Science Fiction halte.

„Nach meiner persönlichen Meinung“, sagt Dr. H. „läuft es auf einen shutdown unseres gesamten Gesellschafts-, Wirtschafts- und auch Rechtssystems hinaus. Wir müssen nämlich verstehen, dass sowohl Wirtschaft wie auch Recht, nebenher auch Pädagogik, Politologie und leider auch Ethik als normative Wissenschaften in Wirklichkeit keine Wissenschaften sind. Es sind Wissenschaften nur dem Namen nach und in Wahrheit ideologische Glaubenssysteme, auf die die Menschen in unserer Gesellschaft sozialisiert und damit emotional verpflichtet wurden.“

Weil die randlose Brille auf seinem Nasenrücken verrutscht ist, befördert Dr. H. sie mit einem reflexartigen Griff zurück in die Ausgangsposition. „Jetzt allerdings bemerken Menschen hinter den Kulissen, dass diese Systeme ans Ende ihrer Leistungsfähigkeit gestoßen sind.“

Seit 20 Jahre, so dürfe vermutet werden, seien im Hintergrund alternative Modelle in Vorbereitung.

„Wenn man nun eine globale Zivilisation in ein anderes Gesellschaftssystem überführen möchte, dann braucht man natürlich eine Cover-Story, also eine Geschichte, eine Legende, die die Bevölkerung glaubt, dabei zugleich gehorsam bleibt und Ruhe bewahrt.“
Dr. H. macht eine kurze Pause, damit das Gesagte bei seinem Hörer ankommt. „Dazu bietet sich eine Pandemie an.“

Gewissermaßen par excellence, möchte man ironisch ergänzen.

„Idealerweise eine, bei der es kaum Todesfälle gibt. Die wenigen, die auftreten, müssen natürlich hochgespielt werden, wie in Italien. Wo jeder, der stirbt und gleichzeitig Träger des Virus ist, als Corona-Toter bezeichnet wird, damit man an der Angstschraube drehen kann. Das ist für mich die einzige Erklärung dafür, dass man wirtschaftliche Schäden in Billiardenhöhe quer über den Globus erzeugt für eine Erkrankung, bei der man im Vergleich mit einer Frühjahrsgrippe fragen kann, was ist hier der Unterschied?“

Was ist der Unterschied? Ich muss an den erklärenden Satz meines Freundes denken.

Dr. H. hebt den Zeigefinger, lächelt: „Doch dies kann man nur beurteilen, wenn man das Motiv derjenigen kennt, die das im Hintergrund veranstalten. Ich habe das Vertrauen, dass es positive Absichten sind. Denn wenn sie etwas Negatives wollten, etwa die Bevölkerung versklaven wollten, dann hätten sie dafür die gegenwärtige Krise, also Corona und ökonomischen Shutdown, nicht gebraucht. Dann hätten sie einfach nur wie schon die letzten zwanzig Jahre zuvor weiter machen müssen. Das negative Ziel einer schlechten Weltordnung wäre auch ohne diese sogenannte Pandemie zu erreichen gewesen. Dass sie jetzt aber in dieser Form gekommen ist und das global, abgestimmt praktisch mit allen großen Staaten dieses Planeten, dass dieses Szenario also so koordiniert abgehandelt wird, das deutet meiner Meinung nach darauf hin, dass es sich hierbei um eine sehr dramatische, fundamentale und als positiv zu bewertende Neuordnung unserer gesellschaftlichen Struktur geht. Und da bin ich selbst auch schon sehr gespannt, welche Vorschläge und Modelle dadurch dann zur Anwendung kommen werden.“

Wie gesagt: ein kurzer Ausflug ins Reich der Science Fiction. Vor zwei Jahren  veröffentlichte ich einen Roman („Der Älteste“) in diesem Genre. Ein nächster („33“) folgt. Doch die obige Geschichte habe ich tatsächlich gehört, nicht ausgedacht. Es kursieren die seltsamsten Phantastereien im Internet. Über diese habe ich gern nachgedacht.
Die Bilder der Mondlandung, von der Trauer um Lady Di und den Einschlägen in die Twin Towers gingen um die Welt und fokussierten Aufmerksamkeit. Doch die aktuelle weltweite Reaktion ist eine neue Dimension. Für so eine Wirkung bräuchte es Außerirdische als gemeinsames, einigendes Feindbild, habe ich noch bis vor Kurzem gedacht. Falsch. Es reicht ein Virus.

Doch das ist natürlich pure Science Fiction. Ein befreundeter Arzt heute morgen: „Schon gehört? Das Alter der Covid-19-Todesopfer liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei einem Durchschnitt von 81 Jahren. Wird man mit dem Virus statistisch gesehen älter als der normale Altersdurchschnitt? Ein Long-Live-Virus also?“
Klar, Science Fiction auch das.

Bleiben Sie gesund!

Ihr – Otmar Jenner

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