Was nun? Eine Standortbestimmung

By Dienstag, der 31. März 2020April 9th, 2020Food for thought

„Sehr viele Menschen sind verunsichert. Sehr viele haben Angst.“ Sätze, die ich von Psychotherapeuten und auch Medizinern dieser Tage mehrfach gehört habe.
Dramatische Erkrankungsraten in Europa. Lockdown in New York. Was für eine Welle rollt da auf uns zu?

Manche Experten der Virologie und Epidemiologie (wie etwa der Mainzer Professor für Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Professor Dr. Sucharit Bhakdi) meinen, wir kranken zunehmend an drakonischen Maßnahmen der Regierung. Die weltweiten Reaktionen seien überzogen.

Zu einer gegenteiligen Auffassung kommen die Wiener Professoren Mathias Beiglböck, Philipp Grohs, Joachim Hermisson, Magnus Nordborg und Walter Schachermayer. Alle Mathematiker bis auf den Populationsgenetiker und Biologen Nordborg und Hermisson, der Biologe und Mathematiker ist. Sie haben Infektionsraten, Erkrankungsquoten und Sterberaten zu Covid-19 neu berechnet und am 30.3.2020 eine Stellungnahme auf der Website der österreichischen Regierung veröffentlicht. Fazit: Wenn sich die Corona-Epidemie weiter mit exponentieller Geschwindigkeit verbreite, wenn also eine infizierte Person mindestens eine weitere anstecken würde, dann sei ein Zusammenbruch des Gesundheitssystems in Österreich mit zusätzlich zehntausenden Toten zu erwarten. Ziel müsse sein, die Infektionsrate drastisch zu senken. „Wahrscheinlich benötigt dies deutlich strengere Maßnahmen als derzeit in Kraft sind.“ Ansonsten werde das Gesundheitssystem bereits Mitte April kollabieren. Die Entwicklungen in den USA, allem voran New York, lassen allerdings befürchten, dass sich die Lage mancherorts noch rapider verschlimmern könnte.

Wie gefährlich ist Covid-19, die Krankheit, die durch eine Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus Sars-CoV-2 ausgelöst werden kann, wirklich?
Belastbare Hinweise liefern epidemiologische Daten vom Kreuzfahrtschiff „Diamond Princess“. Von insgesamt 3.711 Passagieren an Bord, die alle getestet wurden, waren 697 Corona-positiv. 328 von den positiv getesteten hatten keine Symptome. 2.071 Passagiere waren zwischen 0 und 69 Jahren alt. Rund 50 von ihnen wurden positiv getestet, zeigten jedoch keine Symptome. Rund 180 entwickelten Symptome. Niemand aus dieser Gruppe starb an Covid-19. 1.231 Passagiere waren 70 Jahre alt und älter. Von ihnen starben sieben.

Ein Kreuzfahrtschiff ist eine geschlossene Population. Man lebt dort auf engstem Raum. Stewarts, Barkeeper und weitere Mitglieder der Crew sind sogenannte Superspreader. Sofern selbst (unwissentlich) infiziert stecken sie sehr schnell sehr viele andere Menschen an. Trotz der Enge infizierten sich nur knapp 20 Prozent der Passagiere. Diese jedoch in sehr kurzer Zeit. Rund die Hälfte der Infizierten zeigte keine Symptome. Das Durchschnittsalter auf dem Schiff lag bei 58 Jahren. 33 Prozent war über 70. Darunter die sieben Verstorbenen.
Dr. Timothy Russel, Biologe und Mathematiker an der London School of Hygene & Tropical Medicine errechnete daraus eine Todesrate (case fatality ratio) von 0,5 Prozent.
Im Gegensatz dazu geht die WHO von einer case fatality ratio von 3,4 Prozent aus.

Dr. med. Pietro Vernazza, Chefarzt für Infektiologie am Schweizer Kantonsspital St. Gallen, äußert sich ähnlich kritisch wie der bereits genannte Prof. Bhakdi aus Mainz. Vernazza beruft sich auf eine Veröffentlichung im Wissenschaftsmagazin Science. Epidemiologe Ruiyun Li (Universität Peking, Imperial College London) und Kollegen hatten im Zuge einer epidemiologischen Untersuchung zu Corona in China eine Neubewertung der Gefährlichkeit angeregt. Ergebnis:
Rund 85 Prozent (82-90%) aller Sars-CoV-2-Infektionen sind erfolgt, ohne dass jemand die Infektion bemerkt hat.
Etwa 55 Prozent der unbemerkt Infizierten haben weitere Personen angesteckt.

Wie diese Publikation „fast unbemerkt“ im aktuellen Wirbel „an uns vorbei“ gehen konnte, wundert sich Vernazza: „Eigentlich vermuten wir dies schon lange. Anders wäre es gar nicht erklärbar gewesen, dass die Infektionszahlen in China nach einigen Wochen gegen Null gesunken sind. Denn mit einer Immunitätsrate von weniger als 1 Prozent der Bevölkerung kann man das nicht erklären (weniger als 100.000 Personen in Wuhan von rund 10 Mio. Menschen erkrankt). Es würde nicht mal verwundern, wenn weitere Untersuchungen die Rate von stummen Infektionen noch höher bezifferten. Diese neue und nicht überraschende Erkenntnis muss rasch zu einer evidenzbasierten Korrektur unserer Maßnahmen führen.“
Der Schweizer Experte fordert: „Informiert endlich die Bevölkerung und redet Klartext! Diese Infektion ist für junge Menschen mild. Angst ist kein guter Ratgeber. Die meisten Menschen sehen eine schreckliche gefährliche Krankheit vor sich. Ja, es ist wahr. In Italien stirbt etwa eine von zehn diagnostizierten Personen. Doch wie wir jetzt nach dieser Science-Arbeit wissen, dürfte das eher eine von 1.000 angesteckten Personen sein.“

Die Gelehrten (zum Thema Virologie / Epidemiologie) sind uneins in der Frage der Bedrohung durch Corona. Die Wirtschaftsweisen, das dürfte unzweifelhaft sein, sind sich in der Sache umso einiger.

Doch warum schreibe ich in meinem Blog darüber?

  1. Weil abwägende Berichterstattung rar ist dieser Tage.
  2. Weil ich glaube, dass die Unsicherheit bei der Abschätzung der Gefahr durch Covid-19 keine Einladung sein sollte, unvorsichtig zu handeln.
  3. Und drittens, weil es ein Land gibt, welches (zumindest bisher) kaum Probleme mit Neuinfektionen durch Sars-CoV-2 hat (und mögliche Erkenntnisse daraus werden in Deutschland derzeit kaum diskutiert): Japan.

Chinesen machen, trotz gewisser historischer Unverträglichkeiten, in großer Zahl Urlaub in Japan. Im Januar 2020 kamen 925.000 zu Besuch. Im Februar waren es noch rund 89.000. Unter ihnen wahrscheinlich auch nicht wenige Infizierte. Japans Bevölkerung hat mit einem Altersdurchschnitt von 48,4 den weltweit höchsten Anteil an Senioren (also der Risikogruppe. Denn wie man auch an den Zahlen vom Kreuzfahrtschiff ablesen kann, verschont Covid-19 tendenziell die Jugend und trifft die Älteren).

Warum also ist Japan vergleichsweise wenig von der aktuellen Pandemie betroffen?
Klar, Premier Abe ließ Schulen schließen, auch Veranstaltungen absagen, um die Ausbreitung zu verlangsamen. Doch Restaurants und Geschäfte blieben offen. Eine deutlich sanftere Reaktion als in Europa.
Wieso also sind nicht viel mehr Japaner erkrankt? Was bewahrte das japanische Gesundheitssystem bisher vor dem Kollaps?
Ein Grund ist wohl, dass in Japan bisher wenig auf Corona getestet wurde, in der Hoffnung, damit die Olympiade zu retten (was nicht geklappt hat). Doch ein nicht unwesentlicher Teil der Antwort ist auf dem folgenden Foto (ein Screenshot aus dem Internet ) zu sehen:

Japaner mit Gesichtsmasken, DPA, Screenshot

Menschen, die Masken tragen, um andere Menschen vor einer möglichen Ansteckung zu schützen. Ein alltägliches Bild während der Wintermonate in den Metropolen Japans. Sowie eine Grippewelle droht, gehen sehr viele Menschen nur noch mit einer Maske aus dem Haus. Weil sie andere damit schützen, schützen sie letztendlich sich selbst.

In dem Zusammenhang noch ein Foto. Aufgenommen am 11. März 2020 im Buckingham Palace. Premier Boris Johnson, Handshake mit Verneigung vor der Queen. Demnächst hat sie Geburtstag und wird 94 Jahre alt. Der inzwischen an Covid-19 erkrankte Johnson regiert nun aus der Quarantäne. Der Queen soll es gut gehen. Sie hat schon Schlimmeres überstanden.

Boris Johnson bei der Queen, 11.3.2020, Screenshot von der BBC-News-Seite

Die derzeit verbreitete Ignoranz der Macht zeigt sich meiner Meinung nach in diesem Foto. Eindeutig trifft Covid-19 mehr alte Menschen als junge. Und besonders hart sehr alte.
Trotz widersprüchlicher Nachrichten zur Tragweite der Corona-Epidemie und einem angemessenen Krisenmanagement: Junge Menschen sind eingeladen, alle alten bestmöglich zu schützen.

Daher: Setzt eine Schutzsmaske auf, liebe Leute, bevor Ihr in den Hausflur und auf die Straße tretet! Wenn ihr keine Maske habt, so wickelt Euch einen Schal oder ein Tuch um Nase und Mund. Etwas ist immer noch besser als nichts! (So schräg es klingt: Aus dem Vermummungsverbot von gestern wird das Vermummungsgebot von heute!)

Rennt in öffentlichen Räumen, etwa im Supermarkt oder im Bus oder in der U-Bahn nicht unbedacht in andere Menschen hinein! Weicht anderen Menschen, egal welchen Alters, aus!
Und beachtet die von Gesundheitsämtern geforderten Hygieneregeln! Dies kann auf keinen Fall falsch sein.

Tatsächlich glaube ich, dass diese gesellschaftlich wachsende Achtsamkeit ein neues Miteinander schafft. Zunächst aus der Distanz durch gefordertes Social Distancing. Doch umso reifer sind wir für kommende Zeiten der Annäherung.

In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund!!

Ihr – Otmar Jenner

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