Ein Appell aus dem Gedankenraum

By Samstag, der 21. März 2020 Nachrichten

In der neuen Zeit der Stille öffnet sich ein Gedankenraum.

Eine Einladung, ihn auch zu betreten. Also tatsächlich nachzudenken.

Über das nachstehende Foto habe ich beispielsweise heute (21.3.2020) nachgedacht.

Bondi-Strand, Sydney, Screenshot von der BBC-News-Seite (21.3.2020)

Eine Aufnahme vom Bondi-Strand in Sydney. Weil auf der Südhalbkugel derzeit noch Sommer ist (ca. 27 Grad), wollen die Menschen natürlich baden gehen. Dürfen sie aber nicht mehr. Corona ist auch in Australien angekommen. Social Distancing ist nun angesagt.
Die gesamte Idiotie der aktuellen Debatte, könnte man meinen, zeigt sich in diesem Bild.
Leute, bleibt zuhause, heißt es, haltet Abstand – keep your distance!

Als ob zuhause rumzuhocken gesünder ist, als am Strand spazieren zu gehen oder im Meer zu baden.

Das ist es nicht. Wie heilsam Meeresluft bei Atemwegserkrankungen ist, weiß fast jedes Kind. Das gilt sehr ähnlich natürlich auch für Waldspaziergänge, Besuche im Park und prinzipiell jeden Gang vor die Tür. Deshalb warnen Mediziner bereits vor den negativen Folgen von Ausgangssperren und häuslichem Locked-In. Die Folgen des Bewegungsmangels werden in überfüllten Orthopädie- und Kardiologie-Praxen zu besichtigen sein.

Aus Sydney, wo der Sommer sich langsam verabschiedet, nach Berlin, wo der Winter gerade endet. Die 10 Grad auf dem Thermometer fühlen sich nach viel mehr an. Die Sonne glitzert silbrig in der Frühlingsluft. Ich setzte eine Schutzmaske auf, bevor ich in den Hausflur trete, nehme sie draußen auf der Straße aber wieder ab, darauf bedacht, ausreichend Abstand zu wahren, falls ich unwissentlich bereits Träger der Infektion sein sollte.
Menschen kommen mir entgegen. Manche bewegen sich in schwungvollen Bögen an mir vorbei, zeigen damit, dass sie das Gebot des Social Distancing verstanden haben. Andere rennen wie auf Schienen geradewegs auf mich zu. Ihretwegen weiche ich mehrmals vom Fußweg auf die Fahrbahn aus. Nicht, weil ich mich vor ihnen fürchte, sondern um auch sie vor einer möglichen Ansteckung durch mich zu schützen.
So wandere ich durch mein Viertel, weiche Leuten aus. Leute weichen mir aus. Manche lächeln mir fein zu. Andere wirken ganz bei sich. Wohl schon angekommen in diesem ganz neuen Gedankenraum, der sich dieser Tage eröffnet hat.
Bis auf Lebensmittelgeschäfte ist in Kreuzberg alles zu. Cafés ebenso wie Mode-Boutiquen. Kaum Möglichkeiten also, sich noch durch Konsum abzulenken. Ein sehr pures wie unmittelbares Gefühl. Was brauche ich? Was brauche ich nicht?
Die Berliner brauchen derzeit so viel Toilettenpapier, dass es ab Mittag immer ausverkauft ist. Einen Moment lang spiele ich mit dem Gedanken, in einen Supermarkt zu gehen. Noch ist es kurz vor 12:00. Könnte Glück haben. Wozu?, denke ich dann. Mein Vorrat reicht sicher noch für eine Woche. Aber was tun, wenn ich am Ende der Woche Pech habe und es dann gar keins mehr gibt?
Mit diesen Überlegungen im Kopf ziehe ich weiter und finde mich plötzlich vor einem Friseurladen wieder. Verblüfft blicke ich durchs Fenster hinein. Ein kleiner Laden. Zwölf Personen werden gleichzeitig frisiert. Die Stühle, auf denen sie sitzen, stehen so eng, dass die um sie herumwuselnden Friseure gerade noch durch die Lücken passen.
Ich überlege, mit dem Handy ein Foto zu machen, verwerfe den Gedanken aber sofort. Möchte mich nicht zum Blockwart machen. Allerdings irritiert mich der Anblick so sehr, dass ich beschließe, diesen Text zu schreiben.

Wäre Corona eine buddhistische Gottheit, so würde man sie gewiss zu den zornigen Göttern zählen. Die zornige Göttin Corona möchte uns offenbar zeigen, dass wir unser Verhalten ändern sollen.

Ach ja? Welches Verhalten eigentlich? Und ändern wie?

Kann sein, dass die weltweite Reaktion auf Corona viele fragwürdige Aspekte hat (wie manche Mediziner sagen). Möglich, dass die im Zusammenhang mit Corona auftretende und medial orchestrierte Angst ein Teil der eigentlichen Krankheit ist.
Allerdings sind im Verlauf des heutigen Tages allein in Italien 800 Menschen an Covid-19 gestorben. Dass die Vorhersagen der Virologen überzogen sind, wie größere Teile der deutschen Bevölkerung immer noch glauben, erscheint damit zunehmend abwegig.
Vergleiche mit der schweren Grippewelle 2017/2018 sind kaum noch haltbar. Das Virus SARS-CoV-2 packt wohl heftiger zu.
Trotz einer immer deutlicheren Faktenlage scheint ein grundlegendes Misstrauen gegenüber offiziellen Zahlen und Verlautbarungen derzeit die Schritte mancher Menschen zu lenken. Doch sind Zweifel an der weltweit gleichgeschaltet wirkenden Sprachregelung zu Corona und deren Folgen eine Einladung, Corona-Parties aufzusuchen? Der anarchistische Gegenentwurf als Corona-Punk: Kommt alle zur großen Infektions-Sause?
Klingt extrem, aber viele Menschen denken: Ist mir doch egal, was gerade passiert. Solange ich es nicht sehe, nicht spüre, nicht darunter leide, ist es mir einigermaßen gleichgültig. Und ja, ich hätte das Alles auch gern hinter mir. Allein schon, weil mein Geschäft sonst den Bach runtergeht. Deshalb: Wo geht’s zur großen Ansteckungs-Feier? Dann ist diese Sache hier für mich umso schneller vorbei.

Ähnliche Gedanken hatten Menschen auch zu Zeiten der großen Pestepidemien.

Ein grundsätzlich verständlicher Eskapismus. Wir neigen nunmal zu Ungeduld. Unangenehme Angelegenheiten will man möglichst schnell hinter sich bringen. Und: Was auch immer Corona medizinisch bedeutet – allein der Wirbel darum mit seinen ökonomischen Folgen sorgt für einen Countdown des Schreckens. Als würde dieser Tage eine ganze Gesellschaft zum k.o. hin ausgezählt. Kein Wunder, wenn sich in so einem Moment auch Widerstand regt. Wer kennt nicht den paradoxen Impuls, exakt genau das machen zu wollen, was gerade nicht angebracht, nicht hilfreich, nicht gesund ist?

Doch sind Ungeduld und paradoxe Impulse hilfreich im Kampf gegen Corona?

Ich denke, nicht. Es könnte nämlich sein, dass sämtliche Vorhersagen, die SARS-CoV-2 betreffen, noch untertrieben sind. Weil derzeit niemand das genaue Ausmaß möglicher Verheerungen durch SARS-CoV-2 exakt prognostizieren kann, weil eine Pandemie im schlimmsten Fall Millionen von Toten nach sich ziehen kann – weil diese Möglichkeit nicht auszuschließen ist, so meine auch ich, ist jetzt verantwortliches Handeln jedes Einzelnen gefordert. Bewege Dich so achtsam und vorsichtig wie Du nur kannst, um andere (und damit die Allgemeinheit) vor einer möglichen Ansteckung durch Dich zu schützen – so könnte der kategorische Corona-Imperativ (frei nach Kant) lauten.

Corona? Ist doch nur ein Hype, von doofen Politkern in die Welt gesetzt, um uns die Laune zu verderben, dachten offenbar Menschen in Australien. Zum Beweis ein zweites Foto, aufgenommen am Vortag (also am 20.3.2020). Wieder der Bondi-Strand, eine andere Perspektive:

Bondi-Strand, Sydney, Screenshot von der BBC-News-Seite (20.3.2020)

Zum Zeitpunkt der Aufnahme gab es in Australien bereits über 600 Corona-Infizierte und ein Verbot für Versammlungen im Freien mit mehr als 500 Menschen. Man könnte jetzt anfangen, die Menschen auf dem Foto zu zählen. Doch um die Anzahl geht es mir dabei nicht. Es geht vielmehr um den persönlichen Raum, den jeder Einzelne auf dem Foto einnimmt.

So schön die Lässigkeit auf dem Foto ist. Sie ist unter den gegenwärtigen Bedingungen falsch. Wer das nicht begreift, wird mit Ausgangssperren, abgesperrten Stränden und Wäldern, die nicht mehr betreten werden dürfen, bestraft. Letzteres ist auch falsch. Aber leider das kleinere Übel. Damit uns dies erspart bleibt, hier nun ein Aufruf: Lasst uns unserer Regierung durch verantwortungsvolles Handeln zeigen, dass Ausgangssperren nicht notwendig sind!

In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund!!

Ihr – Otmar Jenner

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